Inflationsschutzbrief – der geldsystemanalytische Börsendienst

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10 Experten: Prognose für Börsen und Aktien in 2016

Eine Prognose für die zukünftige Entwicklung an den Börsen ist auch für 2016 eine große Herausforderung. Jedoch waren die Börsen zu Beginn des neuen Jahres von heftigen Kursschwankungen und Einbrüchen gekennzeichnet, was in der Vergangenheit selten ein gutes Zeichen für Aktien und Anleger war. Einige Finanzexperten sehen in der hohen Volatilität an den Börsen, den Beginn einer Weltwirtschaftskrise sowie Anzeichen für einen drohenden Börsencrash. In diesem Beitrag fassen wir die Prognosen von 10 Experten zusammen.

Negative Börsen- und Aktien-Prognose für 2016

„Wie der Januar, so das ganze Jahr“, lautet eine alte Börsenweisheit. Die Kursverluste an den Börsen im Januar sind deshalb ein denkbar schlechtes Zeichen für 2016. Zwar gibt es noch viele Stimmen von Analysten, die trotz der Erwartung hoher Schwankungen bis zum Jahresende 2016 dennoch gleichbleibende oder höhere Index-Stände erwarten. Es gibt jedoch immer mehr negative Prognosen, die für eine positive Entwicklung an den Börsen kein gutes Jahr prophezeien. 10 Prognosen für 2016 von bekannten Experten begründen das mit durchaus schlüssigen Argumenten.

10 Experten: Prognose für Börsen- und Aktien-Entwicklung 2016

 

Prognose 1: Ein 50 Prozent-Kollaps steht vor der Tür,

prognostiziert James Dale Davidson (Ökonom). Diese deutliche Warnung von James Dale Davidson, lässt aufhorchen, denn Davidson ist ein bekannter Ökonom, der die Krisen von 1987, 1999 und 2007 korrekt vorhergesagt hatte. Davidson warnt jetzt: „Es gibt drei wichtige Wirtschaftsindikatoren die verkaufen schreien“. Sie würden nicht bedeuten, dass ein 50 Prozent Kollaps nur drohe, „er steht schon vor unserer Haustür“.

Und wenn Davidson eine Marktkorrektur von 50 Prozent vorhersagt, sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen. In der Tat sind seine Prognosen in der Vergangenheit so zutreffend gewesen, dass ihn die Ex-Präsidenten Ronald Reagan und Bill Clinton als Berater verpflichteten und auch George Bush Senior, Steve Forbes, Donald Trump, Margaret Thatcher, Sir Roger Douglas und Boris Jelzin sich ebenfalls von ihm beraten ließen.

Im Gegensatz zu anderen Experten sieht James Dale Davidson die Korrektur nicht von den Schwellenländern wie China ausgehen, sondern sieht hausgemachte Probleme in den USA, die unter einer Kreditblase leiden, die platzen werde. Faktoren die eine hohe Gefahr für das Platzen dieser Blase signalisieren, sind laut Davidson’s Prognose: die trotz der gesunkenen Anzahl von Eigenheimbesitzern gestiegenen Preise bei Immobilien, die sinkende Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, die Überschuldung von Studenten ohne Jobperspektive, die massiv zunehmenden Rentenleistungen des Staates, das Schwinden der Mittelschicht, eine inoffiziell viel höhere Arbeitslosigkeit und der starke Anstieg der US-Indizes seit 2009.

Prognose 2: Einen US-Börsencrash von 75 Prozent,

erwartet Albert Edwards, der Chefökonom der Bank Société Générale. Diese Prognose gab der Ökonom kürzlich in London auf einer Konferenz bekannt. Albert Edwards sieht auf den US-Aktienmarkt ein Gewitter zukommen, das noch heftiger werde, als die letzte Finanzkrise. Damals brach die Aktienmärkte in den USA um gut 60 Prozent ein. Dem S&P 500 drohe laut Edwards sogar eine Korrektur vom 75 Prozent. Die weitere Abwertung des Chinesischen Renminbi erzeuge eine globale deflationäre Schockwelle, die den USA eine neue Rezession bescheren werde und den S&P 500 bis auf 550 Punkte abstürzen lasse.

Damit würde sogar der Tiefststand von 665 Punkten aus dem Jahr 2008 unterschritten. Albert Edwards führt als Hauptargument seiner negativen Prognose das billige Geld an, mit dem die US-Notenbank FED in den vergangenen Jahren die Finanzmärkte überschwemmt hat. Die Folgen seien zahlreiche Blasen. Mit dem Ende der Ausweitung der Zentralbank-Geldmenge und der Anhebung der Leitzinsen durch die FED, drohe den dadurch künstlich getriebenen Finanzmärkten die Luft auszugehen.

Prognose 3: Verkaufen Sie alles außer Anleihen hoher Qualität,

rät Andrew Roberts, Chef-Analyst für Europa der Royal Bank of Scotland. Anleger sollten sich auf ein katastrophales Jahr und eine globale Deflationskrise gefasst machen, empfahl Andrew Roberts, von der Royal Bank of Scotland, in einem internen Schreiben den eigenen Bankkunden. Die Finanzmärkte würden derzeit die gleichen Alarmsignale senden wie im Vorfeld der Lehman-Pleite in 2008, dem Auslöser der weltweiten Finanzkrise. „China hat eine gewaltige Korrektur angestoßen, die sich zum Schneeball entwickeln wird“, prophezeit Roberts.

Prognose 4: Die Lage an den Finanzmärkten erinnere an die Krise, die wir 2008 hatten,

lässt George Soros, der schillernde US-Investor, verlauten. Die Wurzel der Krise liege in China, wie George Soros kürzlich auf einem Wirtschaftsforum in Sri Lanka äußerte. Das Land habe große Schwierigkeiten, ein neues Wachstumsmodell zu finden, so Soros. China habe große Anpassungsprobleme, die eine neue Finanzkrise verursachen könnten. Die Auswirkungen der Schwäche von China seien im Westen längst zu spüren. George Soros sah auch 2008 und 2011 schwere Verluste voraus und behielt mit seinen Prognosen recht.

Prognose 5: Die Titanic wird untergehen,

befürchtet der Investor Marc Faber, Herausgeber des Gloom, Boom and Doom-Reports. Der in Thailand lebende Investor Marc Faber, der mit seinen Analysen ein gern gesehener Interviewpartner großer TV-Sender in den USA ist, sieht die gigantische Vermögenspreis-Inflation bereits seit 1981 wachsen. „Seither gab es eine weltweite Rally bei Bonds, Aktien und Immobilien und es gab eine globale Kreditexplosion. Ich denke, es wird als nächstes einen Crash geben. Egal was Sie besitzen, ob Häuser oder Aktien, fast alles wird fallen“, lautet seine Prognose und schlussfolgert: „Die Titanic wird untergehen.“ Aufgrund der Größe der Kreditblase rechnet Marc Faber mit globalen Kurseinbrüchen von bis zu 50 Prozent. Gute Chancen sieht Marc Faber hingegen bei Edelmetallen.

Prognose 6: Der Finanzmarkt ist reif für einen Crash,

analysiert der Großinvestor Jeremy Grantham. Der Großinvestor und Gründer der US-Investmentfirma GMO, Jeremy Grantham, der 118 Milliarden Dollar Vermögen verwaltet, hat kürzlich vor einem schweren Börsencrash in 2016 gewarnt. Grantham hatte schon den Crash im Jahr 2000 und die Finanzkrise 2008 richtig prognostiziert. Er rechnet damit, dass die Finanzmärkte reif seien für einen großen Einbruch.

Wenn die Notenbanken damit nicht umgehen können, werde es zur schwersten Krise seit der großen Depression im Jahr 1930 kommen. Jeremy Grantham ist sich zwar nicht sicher, was den Crash auslösen werde, aber er könnte das ganze Finanzsystem zerstören. Die Finanzmärkte wurden seit der Finanzkrise 2008 extrem aufgebläht, ohne dass dem eine entsprechende Steigerung der realen Wirtschaft gegenüber gestanden hätte, so Grantham.

Prognose 7: Ölpreis droht auf 10 Dollar pro Barrel zu fallen,

äußerte Paul Horsnell, Rohstoffexperte bei Standard Chartered. Mit einer schnellen Erholung des Ölpreises rechnet der Rohstoffexperte Paul Horsnell nicht. Im Gegenteil, der Ölpreis könne sogar auf 10 Dollar fallen, prognostiziert er. Horsnell begründet seine negative Prognose unter anderem mit der Ölschwemme in der Golfregion und der lahmenden Wirtschaft in China, welche die Nachfrage nach Öl einbrechen lasse.

Ein nachhaltig tiefer Ölpreis sei jedoch gefährlich für die Finanzmärkte, weil Länder wie Russland auf die Einnahmen aus dem Ölexport angewiesen seien. Ein möglicher Zusammenbruch der russischen Wirtschaft steht im Raum, so Paul Horsnell, und das würde erhebliche Probleme für die politische und wirtschaftliche Stabilität in Europa erzeugen.

Prognose 8: Einen heftigen Einbruch des S&P 500,

sagt der Analyst Michael Hartnett, von der Bank of America (BofA) voraus. Laut Michael Hartnett sollten sich die Investoren auf volatile Märkte und einen heftigen Einbruch des S&P 500 einstellen. Alle Zeichen stünden auf Rezession. So signalisierte in 11 von 13 Fällen ein Abrutschen des US-Industrieindex ISM unter den Wert von 45 Beginn einer Rezession, so Hartnett. Von einem Wert von unter 45 Punkten sei der ISM laut Michael Hartnett zwar aktuell noch ein paar Punkte entfernt, doch die Tendenz weise eindeutig in den Keller. Jüngsten Zahlen zufolge sei die Stimmung in der US-Industrie im Dezember auf 48,2 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Juni 2009 gefallen. Wie stark der S&P 500 einbrechen werde, darauf wollte sich Michael Hartnett jedoch nicht festlegen.

Prognose 9: Der Sieben-Jahres-Zyklus bei Aktien sei zu Ende,

schrieben die UBS-Analysten Michael Riesner und Marc Müller. Riesner und Müller erwarten zwar, dass der S&P 500 bis zur Jahreshälfte ansteige. Nach ihrer Prognose würde danach jedoch eine Trendwende mit einem Korrekturpotenzial von bis zu 30 Prozent gegen Ende 2016 einsetzen. Die abschließende Korrektur werde dann erst in 2017 folgen. Die europäischen Aktienmärkte befänden sich laut den Experten, mit Ausnahme der Nebenwerte, bereits in einer Baisse. Anstelle von Aktien raten Riesner und Müller den Anlegern zum Kauf von Gold. Das Edelmetall befinde sich seit 2011 in einer Korrektur und habe nun den Boden für eine mehrjährige Aufwärtsbewegung erreicht.

Prognose 10: Börsennotierte US- Aktien sind jetzt 70 Prozent überbewertet,

warnt der Ökonom Andrew Smithers. Der ehemalige Investmentvorstand von SG Warburg, Andrew Smithers, sieht in der zu langen Flutung der Finanzmärkte mit Zentralbankgeld durch die Federal Reserve große Probleme. Dadurch hätten die Geschäftsbanken ihre Mittel vom eigentlichen Kerngeschäft der Kreditvergabe in die Aktienmärkte umgeleitet. Smithers hat die Überbewertung der US-Aktienmärkte von 1900 bis heute analysiert. Daraus ergibt sich eine Überbewertung von etwa 70 Prozent bei börsennotierten Aktien. Nur zweimal war die Überbewertung der Aktienmärkte, insbesondere des S&P 500, seit dem Jahr 1900 höher gewesen als heute, sagt Andrew Smithers; 1929 mit 76 Prozent und 1999 mit 105 Prozent. Und wir alle wissen, was als nächstes geschah. Aktien fielen um 89 Prozent bzw. 50 Prozent!

Bewertung der Prognosen:

Regelmäßige Leser unserer Webseite wissen, dass das herrschende Geldsystem immer wieder Blasen und Krisen erzeugt, weshalb viele der zuvor genannten Argumente aus den Prognosen ernst zu nehmen sind. Hinzu kommt, dass es im Internetzeitalter durch die schnelle Verbreitung von Informationen und durch die von den Spekulanten bewegten Geldmengen, die immer einem Trend folgen, leichter geworden ist, Krisen durch die Hebelwirkung der gleichgeschalteten Medien herbeizureden.

Ob uns die nächste Krise schon unmittelbar bevorsteht, hängt letztendlich davon ab, ob die Geldmenge durch Zentralbanken und Geschäftsbanken weiter ausgeweitet wird. Aktuelle Probleme bei den Geschäftsbanken in Europa und das Platzen von Kreditblasen in den Schwellenländern sowie in den USA lassen jedoch vermuten, dass zumindest die Geschäftsbanken die Kreditvergabe bald kollektiv zurückschrauben werden.

Die Erhöhung des Leitzinses in den USA und der Ausstieg aus dem letzten Programm zur Ausweitung der Zentralbank-Geldmenge (QE3 – quantitative easing), lässt zudem vermuten, dass die US-Notenbank FED, nicht schon in 2016 wieder eine Kehrtwende ihrer Geldpolitik durchführen und ein neues QE-Programm (QE 4) auflegen wird. Ob dann genug Geld zur Verfügung steht, wenn nur die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank von Japan den Geldhahn noch weiter deutlich aufdrehen, darf in Anbetracht der Zinslasten, für die hohen globalen Schulden, bezweifelt werden.

Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass eine neue Finanzkrise zu einem Zusammenbruch des Finanzsystems führen würde, weshalb sich Notenbanken auch weiterhin bei der Ausweitung der Geldmenge gegenseitig ablösen, um einen Kollaps noch weiter in die Zukunft zu verschieben. Nachdem 62 Personen soviel Vermögen besitzen, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, und die Geldpolitik der westlichen Notenbanken diese Entwicklung erst ermöglich hat, ist es leicht vorstellbar, dass diese Umverteilung zugunsten der Plutokraten fortgesetzt wird!

In Kürze veröffentlichen wir unseren Jahresausblick 2016 mit einer Prognose für die Entwicklung an den Börsen!

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