Inflationsschutzbrief – der geldsystemanalytische Börsendienst

Nur wer das Geldsystem wirklich versteht, kann die richtigen Anlageentscheidungen treffen!

Inflationsschutzbrief Ausgabe 20 / 2012: Zentralbanken-Geldmenge verdreifacht

Inflationsschutzbrief 20/2012 Geldmenge verdreifacht

Inflationsschutzbrief Ausgabe 20/2012

In der Ausgabe 20/2012 behandelt der Inflationsschutzbrief die von den Zentralbanken seit Ausbruch der Finanzkrise in Umlauf gebrachte Geldmenge. Seit 2008 hat sich diese Geldmenge verdreifacht. Wir erkären warum und welche Rückschlüsse daraus zu ziehen sind.

 Zentralbanken-Geldmenge seit 2008 verdreifacht

Auszug: In dem herrschenden Geldsystem ist eine stetig steigende Geldmenge erforderlich, damit es stabil bleibt und Wirtschaftswachstum ermöglicht wird. Warum die Geldmenge ständig steigen muss, erfahren Sie unter Geldsystem.

Das herrschende Geldsystem ist eine tickende Zeitbombe. Zu dieser Erkenntnis kommt man, wenn man sich mit der Geschichte des Geldes auseinandersetzt und vergleicht, was in früheren Zeiten mit ähnlichen Geldsystemen geschah. Der US-Ökonom Vince Cate analysierte 599 Papiergeldsysteme der vergangenen 1.000 Jahre und kam zu folgendem Ergebnis: Im Durchschnitt haben alle nur 39 Jahren überlebt.

Unter Papiergeld versteht man nicht etwa Bargeld wie Banknoten bzw. Geldscheine, sondern das es auf Kreditverträgen beruht. Denn ein Papiergeldsystem ist ein Schuldgeldsystem, in welchem Geld – mit Ausnahme des Zentralbankgeldes (gesetzliches Zahlungsmittel) – nur aus Schulden entsteht (Geldschöpfung). Durch die Kreditvergabe schöpfen die Geschäftsbanken Buchgeld, das mehr als 90% der umlaufenden Geldmenge ausmacht.

Von diesen 599 gescheiterten Papiergeldsystemen endeten

–  184 (30 %) in Währungsunionen (Währungsreformen denen zumeist der Verfall der Kaufkraft vorausging);

–  156 (27 %) durch Hyperinflation (Geldmenge von Regierungen und Zentralbanken überdehnt);

–  94 (15 %) in Unabhängigkeitserklärungen (Kolonien benannten Währung um oder gaben neue heraus);

–  165 (28 %) durch Kriege (im Rahmen einer Besatzung oder Befreiung für ungültig erklärt).

Am 15.08.1971 verkündete US-Präsident Richard Nixon das Ende von Bretton Woods. Damit wurde die vorhandene, teilweise Golddeckung des US-Dollars vollständig aufgehoben und die Weltreservewährung ist seit dem nur noch durch Versprechungen gedeckt. Das ist genau 41 Jahre und vier Monate her. Angesichts dieser Einblicke und der Tatsache, daß die gesamte Welt den US-Dollar als Weltreservewährung verwendet, besteht das Potenzial, daß es zu einer riesigen weltweiten Finanz-Katastrophe kommen könnte – denn ein weltweites ungedecktes Schuldgeldsystem ist in der Menschheitsgeschichte bisher einmalig.

Seit Ausbruch der Finanzkrise in 2008 hat sich die Zentralbank-Geldmenge verdreifacht, nachdem die Zentralbanken gezwungen waren die Ausweitung der Geldmenge, die in der Regel durch die steigende Kreditvergabe der Geschäftsbanken erfolgt, selbst zu übernehmen. Als 2008 die Investmentbank Lehman Brothers in die Insolvenz geriet und die Blase am US-Immobilienmarkt platzte, haben massive Kreditausfälle das Vertrauen der Banken untereinander stark angeschlagen. Bis heute hat sich der Interbankenmarkt, auf dem sich Banken gegenseitig Kredite gewähren, nicht wieder vollständig erholt.

Durch die massiven Kreditausfälle infolge der Finanzkrise sank die Geldmenge bedrohlich, sodaß die Zentralbanken die damit verbundene Schrumpfung der Geldmenge um jeden Preis ausgleichen mussten. Das Finanzsystem wäre ohne diese koordinierte Geldpolitik der Zentralbanken mit Sicherheit kollabiert. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die Zentralbanken immer mehr Geld in Umlauf bringen müssen, da die Verschuldung im Zuge der Finanzkrise massiv zugenommen hat und die Bonität der Kreditnehmer infolgedessen gesunken ist.

Im Vergleich zu den 599 von Vince Cate analysierten Geldsystemen, wirkt sich die Überdehnung der Geldmenge durch das von den Geschäftsbanken geschöpfte Buchgeld im herrschenden Geldsystem nicht direkt inflationär auf die Preise von Gütern des täglichen Bedarfs aus, weil es vorrangig nicht in die Realwirtschaft sondern an die Börsen und in Immobilien fließt. Die Inflation des Buchgeldes ist also vor allem eine sog. Asset-Inflation. Das kann sich jedoch ändern. Das ist einer der Gründe dafür, warum dieses Geldsystem zu einer tickenden Zeitbombe geworden ist. Weitere Günde finden Sie in dieser Ausgabe!

Ausgabe 20/2012 als PDF jetzt lesen…

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