Inflationsschutzbrief – der geldsystemanalytische Börsendienst

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4 weitere Indizien für Börsencrash 2017 / 2018

In einem Beitrag aus Juli 2017 hatten wir die 9 wichtigsten Gründe für einen nahenden Börsencrash analysiert. In diesem Beitrag führen wir 4 weitere Gründe an, die einen Börsencrash in 2017 oder 2018 als wahrscheinlich erscheinen lassen. Jedoch kann der Börsencrash auch ausbleiben und sich auf mehrere kleinere Korrekturen beschränken, wenn die zum Schutz vor Börseneinbrüchen in 1988 eingerichtete Arbeitsgruppe des Präsidenten zu den Finanzmärkten (President’s Working Group on Financial Markets), umgangssprachlich als „Plunge Protection Team“ bezeichnet, noch häufiger als während der Finanzkrise intervenieren sollte.

Vier Indizien: Crash an den Börsen 2017 / 2018

Vier zusätzliche Indizien für einen Börsencrash in 2017 / 2018

09.08.2017: Wie in dem Beitrag, „9 Gründe für einen nahenden Börsencrash 2017 / 2018“ dargelegt, spricht nach unserer Einschätzung die Mehrzahl der Indikatoren dafür, dass in den nächsten 18 Monaten eine Korrektur an den US-Börsen bevorsteht. Die folgenden 4 Gründe untermauern diese Einschätzung:

1. Börsencrash 2017 / 2018: Anzahl der jungen Spekulanten massiv gestiegen

Die Anzahl der Privatpersonen in den USA, die ihr Geld in Aktien investieren, ist in den letzten Monaten stark angestiegen. Analysten erkennen darin ein Warnsignal für die US-Börsen.  Das US-Makler-Unternehmen Charles Schwab Corporation CSC) hat seit Jahresbeginn einen deutlichen Anstieg unerfahrener und vergleichsweise junger Kunden registriert, die an den Aktienmärkten investieren wollen, so hat das Magazin MarketWatch berichtet.

Im ersten Halbjahr 2017 habe es demnach so viele Neuanmeldungen für Wertpapierdepots bei dem US-Makler-Unternehmen gegeben, wie seit 17 Jahren nicht mehr. „Kunden haben über 350.000 Wertpapierdepots allein im zweiten Quartal eröffnet und seit Anfang des Jahres ganze 719.000. Das sei die höchste Zunahme in einem Halbjahr seit 17 Jahren. Die verwalteten Vermögen der Kunden stiegen infolge dessen um 16 Prozent auf 3,04 Billionen Dollar.

Charles Schwab verzeichnete nicht nur mehr Depoteröffnungen, sondern insbesondere auch einen deutlichen Anstieg von jungen Neukunden. Die Eröffnung neuer Wertpapierdepots sei so hoch wie seit dem Internetboom der späten 1990er Jahre nicht mehr. Auf lange Sicht sei aber noch wichtiger, dass die Zahl neu hinzugekommener Privatkunden um etwa 50 Prozent im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 angestiegen ist, so werden die Ausführungen im Geschäftsbericht der Charles Schwab Corporation zitiert.

Diese Entwicklung könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Aufschwung bei Aktien in relativ kurzer Zeit dem Ende zugeht. Denn wenn nun auch immer mehr unerfahrene Privatpersonen an den Börsen spekulieren, geht dem Markt irgendwann der Nachschub an neuen Aktienkäufern aus, weshalb es dadurch zu einer Trendwende bei der Nachfrage nach Aktien kommen dürfte.

Ein weiteres Warnzeichen sei nach CSC die geringe Cash-Reserve vieler Händler. Auch hier gebe es Parallelen zur letzten Finanzkrise. Je geringer die Cash-Reserve ist, desto weniger Spielraum bleibt den Händlern bei Kursrückschlägen nachzukaufen. Am Ende des zweiten Quartals sind die Cash-Niveaus in den Portfolios unserer Kunden auf durchschnittlich 11,5 Prozent gefallen. Dies ist ein so tiefes Niveau, wie wir es nur einmal seit 2009 registriert haben.“ Das zeigt aber auch, wie sorglos die Anleger sind, ein Phänomen, das am Ende jeder Hausse zu beobachten ist.

Charles Schwab: Anzahl Wertpapierdepots gestiegen (Börsencrash 2017 / 2018)

2. Börsencrash 2017 / 2018: US-Privatinsolvenzen steigen

In den letzten Jahren ist die die Anzahl der Privatinsolvenzen in den USA kontinuierlich gefallen. Seit 2017 steigen die Privatinsolvenzen wieder. Die Jahre 2008 und 2009 verursachten nicht nur an den Immobilienmärkten der Staaten ein Chaos. Die folgende Rezession führte zu einem dramatischen Anstieg privater Insolvenzen. Die folgende wirtschaftliche Erholung verlief zwar nicht sehr dynamisch, führte aber auch bei den US-Bürgern zu einer besseren wirtschaftlichen Situation. Diese Erholung schwächt sich seit geraumer Zeit ab. Seit Januar 2017 steigt deshalb auch die Zahl der privaten Insolvenzen wieder an. Dies alles passt in das Gesamtbild einer sich abschwächenden Wirtschaft, einer sinkenden Nachfrage nach Krediten und abnehmenden Konsumneigung, die wir schon in 2016 prognostiziert hatten. Klare Anzeichen einer drohenden Rezession also.

Börsencrash-Indikator: Privatinsolvenzen steigen (USA 2017)

3. Börsencrash 2017 / 2018: Börsenkapitalisierung 5% unter 2001

Die Börsenkapitalisierung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (BIP) liegt bei den G7-Staaten auf dem dritthöchsten jemals gemessenen Niveau, wie der Chefökonom der Deutschen Bank für Japan, Mikihiro Matsuoka, in den letzten Tagen in einer Pressemitteilung ausführte. Die Börsenkapitalisierung der sieben großen entwickelten Länder nähere sich damit bedenklich den vorherigen Höchstständen in 2000 und 2008 an. In beiden Jahren kam es kurz darauf zu einem Börsencrash. Der Chefökonom der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Claudo Borio, befürchtet gar das Ende der Globalisierung.

Börsenkapitalisierung der G7-Staaten (Börsencrash-Indikator 2017 / 2018)

4. Börsencrash 2017 / 2018: niedrige Arbeitslosenquote kündigt Rezession an

Eine niedrige Arbeitslosenquote ist grundsätzlich positiv, denn sie spricht dafür, dass die Wirtschaft gut läuft. Jedoch ist eine niedrige Arbeitslosenquote in aller Regel nur von kurzer Dauer und ist ab einem bestimmten Verlauf quasi ein Indikator für das Ende eines Zyklus, dem eine Rezession folgt. In den USA gab es seit 1970 nur im Jahr 2000 eine noch niedrigere Arbeitslosenquote als in 2017. Dabei lassen wir einmal außer acht, dass die offiziellen Zahlen über die Arbeitslosenquote geschönt sind. Bei einer zyklisch niedrigen Arbeitslosenquote von unter 5 Prozent kam es in den USA anschließend nicht nur zu einer Rezession, sondern auch zu einem Börsencrash (1987, 2001 und 2008). Gegenwärtig liegt die Arbeitslosenquote offiziell bei 4,3 Prozent und damit deutlich unter 5 Prozent!

US-Arbeitslosenquote signalisiert Rezession (Börsencrash  2017 / 2018)Im nächsten Beitrag werden wir ausführlich mit den Gründen beschäftigen, die von verschiedenen Chef-Ökonomen für eine Fortsetzung des Aufschwungs an den Börsen angeführt werden. Auch die Versicherungen glauben an eine Fortsetzung des Aufschwungs, so auch der bekannte Ökonom Gavyn Davies in seiner Prognose.

Zusammenfassung:
Titel:
4 weitere Indizien für Börsencrash 2017 / 2018
Kurzbeschreibung:
4 Gründe für Börsencrash 2017 / 2018: Wertpapierdepots, Börsenkapitalisierung und Privatinsolvenzen gestiegen, Arbeitslosenquote kündigt US-Rezession an!
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Inflationsschutzbrief © 2017
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