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FED: Zinserhöhung in den USA kommt ab Juli 2016

Die Vorsitzende der US-Notenbank (FED), Janet Yellen, hat vorgestern die lange angekündigte zweite Zinserhöhung konkretisiert. Entgegen früheren Aussagen erwähnte sie den dafür vorgesehenen Termin im Juni 2016 jedoch nicht mehr. Das macht es umso wahrscheinlicher, dass diese Zinserhöhung frühestens ab Juli kommen wird. Offensichtlich befürchten die Notenbanker in den USA eine zu hohe Belastung für die Finanzmärkte, sollte es im Juni gleichzeitig zu einem Austritt Großbritanniens aus der EU (BREXIT) kommen. Das könnte die geplante Zinserhöhung bis November 2016 verzögern.

FED - Zinserhöhung in den USA kommt

FED: Keine Zweifel an US-Zinserhöhung

Mit ihren Ausführungen ließ Janet Yellen kaum noch einen Zweifel daran, dass die vielfach angekündigte Zinserhöhung in den USA kommen wird. Mit einer Anhebung der Zinsen sei wahrscheinlich „in den kommenden Monaten“ zu rechnen, sagte Yellen am vergangenen Freitag. Sie erwarte, dass das Wirtschaftswachstum in den USA anziehe und auch den Arbeitsmarkt weiter belebe. Daher seien vorsichtige Schritte bei den Zinsen im Rahmen der Geldpolitik angebracht. Eine Erhöhung im Juni sprach Janet Yellen hingegen nicht mehr an. Dennoch sind die Äußerungen der FED-Chefin ein klarer Hinweis an Investoren, sich auf die steigenden Zinsen vorzubereiten. Ob mit der Zinserhöhung bereits im Juli oder August oder erst im Oktober oder November zu rechnen ist, bleibt hingegen weiter ungewiss. Laut einer Umfrage gehen nur 34 Prozent der Börsenhändler von einer Anhebung der Zinsen im Juni aus.

Geldpolitik: FED-Zinserhöhung stärkt Dollar

Während der Dollar infolge der Aussagen Yellens zulegte, brachen die Aktienkurse an der Wall Street vorübergehend ein. Nach Ansicht von Steen Jakobsen, Chef-Ökonom der Saxo Bank, wird die FED wohl bald ernst machen und die Zinsen in den USA tatsächlich anheben. Das schwache Wachstum im ersten Quartal sei nun aber in ein normales Wachstum übergegangen. Die Gesamtwirtschaft habe sich jedoch signifikant unterhalb ihres Potenzials entwickelt. Das würde normalerweise keine Erhöhung des Leitzinses durch die FED rechtfertigen. Die Tatsache, dass die US-Noternbank ihren Willen zu einer Zinsanhebung aber nicht eindeutig kommuniziere, deute daraufhin, dass sie möglicherweise ein anderes Ziel erreichen wolle. „Meiner Meinung nach will man die Zinsen anheben, um sie später wieder senken zu können, so Jakobsen.

Aufschwung vor Zinserhöhung

Nachdem die US-Wirtschaft einen sehr schwachen Start in 2016 hatte, wäre es nur konsequent, wenn die US-Notenbank vor einer Zinserhöhung sicher sein will, dass sich der Aufschwung gefestigt hat. Er legte aufs Gesamtjahr hochgerechnet nur um 0,8 Prozent zu. Doch Yellen ist optimistisch, dass die Talsohle durchschritten ist: „Die Wirtschaft verbessert sich weiter und das Wachstum scheint anzuziehen.“

Für das zweite Quartal 2016 sagen die Modellrechnungen der FED aus Atlanta eine Beschleunigung auf 2,9 Prozent voraus. Die FED von New York erwartet hingegen nur ein Plus von 2,2 Prozent. Die Anfang des Jahres angesichts von Turbulenzen an den Finanzmärkten und einer abflauenden Weltwirtschaft aufgekommene Angst vor einer Rezession scheint damit erst einmal verflogen zu sein. Sie war einer der Gründe dafür, dass die US-Notenbank die bereits angekündigte Zinserhöhung im Rahmen der Geldpolitik hinauszögerte.

In der FED gibt es allerdings eine Kontroverse, welche Gefahren ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU (BREXIT) mit sich bringt. Am 23. Juni führen die Briten hierzu ein Referendum durch. Derzeit scheinen die Austrittsbefürworter die Nase vorn zu haben. Während einige Währungshüter verstärkte Marktschwankungen im Umfeld der Abstimmung befürchten, hält das Fed-Führungsmitglied James Bullard die Befürchtungen hingegen für übertrieben.

BREXIT-Gefahr verzögert Zinserhöhung

Angesichts des möglichen BREXIT gehen die meisten Experten davon aus, dass die Notenbank die nächste Zinserhöhung noch nicht im Juni sondern erst im Juli oder August beschließt. Wenn sie allerdings zu lange damit wartet, könnte die FED mit der Entscheidung in die heiße Phase des US-Wahlkampfs geraten.

Bewertung

Die US-Zinserhöhung wird kommen, jedoch sicherlich nicht im Juni wie wir bereits in mehreren Beiträgen begründet haben. Wir erwarten die Zinserhöhung im Juli, sofern die Briten nicht aus der EU austreten. Kommt es zum BREXIT dürfte sich der Zeitpunkt der Zinsanhebung verschieben. Eine Verschiebung bis nach der US-Wahl halten wir jedoch nur dann für möglich, wenn es größere Verwerfungen an den Finanzmärkten geben sollte. In beiden Fällen erwarten wir, dass der Dollar gegenüber dem Euro zulegen wird, siehe Prognose für 2016. Der Zinsschritt wird aber nur gering ausfallen, um die Märkte langsam an die nachhaltige Zinswende in den USA zu gewöhnen, die viele Experten aufgrund der schwachen Weltwirtschaft noch immer bezweifeln.

Zusammenfassung:
Titel:
FED: Zinserhöhung in den USA kommt ab Juli 2016
Kurzbeschreibung:
FED-Chefin Janet Yellen lässt keinen Zweifel: Die vielfach angekündigte Zinserhöhung in den USA wird zwischen Juli und November 2016 kommen!
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Inflationsschutzbrief © 2016
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