Inflationsschutzbrief – der geldsystemanalytische Börsendienst

Nur wer das Geldsystem wirklich versteht, kann die richtigen Anlageentscheidungen treffen!

Gibt Indien auf Druck der USA Gold-gedeckte Staatsanleihen heraus?

Die Regierung von Indien will ihre Bürger über Gold-Konten und Gold-gedeckte Staatsanleihen dazu verleiten, ihre Gold-Bestände gegen Geld auszuleihen. Die Gold-Eigentümer werden einen festgelegten Zins erhalten, im Gegenzug müssten sie ihr Gold dem Staat überlassen. Die Frage ist dabei jedoch, ob die Initiative eine Maßnahme zur Bekämpfung einer drohenden Deflation ist, die wirklich von Indien ausgeht, oder vielmehr von den USA initiiert wurde.

Druck aus USA - Indien gibt Gold-gedeckte Staatsanleihen heraus (Inflationsschutzbrief)

Die privaten Haushalte in Indien besitzen insgesamt über 20.000 Tonnen Gold. Im November 2014 kam es zu massiven Goldkäufen nachdem die indischen Importbeschränkungen aufgehoben wurden. Allein im März 2015 wurden ca. 125 Tonnen Gold nach Indien importiert. Im März 2014 waren es noch 60 Tonnen Gold. Die privaten Haushalte Indiens besitzen Gold durch Vererbung und Schenkung. Das Gold ist somit nicht durch Schulden belastet.

Indien führt Gold-Konten und Gold-Staatsanleihen ein

Der indische Finanzminister Arun Jaitley will im Rahmen der Geldpolitik die Geldmenge seines Landes erhöhen ohne Schulden aufzunehmen. Um das zu erreichen, will er die Goldbestände des Landes monetarisieren. Dazu sollen sog. Goldkonten eingeführt und goldgedeckte Staatsanleihen ausgegeben werden. Dieser Weg stelle eine Alternative zum gängigen Goldkauf dar und würde den Gold-Eigentümern einen festen Zinsertrag bringen. Die Goldkonten dienen vor allem dazu, die privaten Leihhäuser zu ersetzen. Das sind Einrichtungen, bei denen sich die Bürger Geld leihen können, indem sie Gold als Pfand hinterlegen. An dem Einfuhrzoll für Gold in Höhe von 10 % soll jedoch festgehalten werden. Hinzu kommt, dass Finanzminister Jaitley, neben den Gold-Konten und Gold-gedeckten Staatsanleihen, die Ausgabe einer inländischen Goldmünze befürwortet. „Eine solche indische Goldmünze würde dazu beitragen, die Nachfrage nach Münzen, die von außerhalb Indiens stammen, zu verringern und zugleich das Recycling von inländischem Gold befördern“, wird er von der Zeitung Star zitiert.

Physisches Gold ist eine Liquiditätsreserve, die sich außerhalb des internationalen Finanzsystems befindet. In diesem Zusammenhang hatte die Notenbank Indiens vor kurzem berichtet:

„Die Kreditaufnahme gegen Gold beruht auf der Grundlage physikalischer Verpfändung. Gold ist eine Liquiditätsreserve, weil es jederzeit in Bargeld umgewandelt werden kann, um dringenden finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen. Die größten Goldbestände in Privathaushalten befinden sich in Süd-Indien. Dort ist die Bereitschaft der Verpfändung von Gold weitaus größer als in anderen Regionen, in welchen die Menschen sehr zögerlich auf diesen Vorschlag reagieren.“

Indien ist nach wie vor einer der größten Importeure von Gold auf der Welt und führt jährlich 900 bis 1.000 Tonnen Gold ein. Ist es deshalb wirklich die Absicht der indischen Regierung mehr Geld in Umlauf zu bringen, weil Geld in Indien knapp ist (Deflation)? Oder soll auf diesem Weg das Gold nur in die Hände der indischen Notenbank gelangen, falls ein Crash die Finanzmärkte und das Schuldgeldsystem erschüttert und eine Währungsreform erfordert? Es gibt aber noch eine andere mögliche Erklärung:

Gibt Indien auf Druck der USA Gold-gedeckte Staatsanleihen heraus?

Interessant ist dieser politische Schachzug Indiens auch deshalb, weil die Goldbestände der USA durch die seit Jahrzehnten betriebene Verleihung an Bullionbanken, welche die Goldbestände ihrerseits veräußert haben, zu dem historisch niedrigsten Goldbestand seit 1944 führten. Viele Experten sind sich sicher, dass die USA heute nur noch über wenig physisches Gold in ihren Tresoren verfügen und deshalb immer mehr Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik laut wird. Das Problem der USA ist allerdings, dass die Goldbestände nicht durch freien Zukauf auf den Weltmärkten erhöht werden können, da sonst der Goldpreis steigt. Ein steigender Goldpreis aber mit einem Vertrauensverlust gegenüber den überschuldeten USA und somit gegenüber dem US-Dollar einhergehen und die fragilen Finanzmärkte schwer belasten würde.

Was liegt somit nahe? Die USA übernehmen von der indischen Notenbank im Gegenzug für US-Staatsanleihen die Goldbestände, die sich vormals im Eigentum der privaten Haushalte Indiens befunden haben und schon ist das Gold-Problem gelöst. Auf diesem Weg würden die USA dreierlei erreichen:

  1. sie müssen keinem steigenden Goldpreis hinterher laufen, um ihre Goldbestände wieder aufzufüllen;
  2. die Finanzmärkte werden nicht nervös, weil der Deal im Stillen abläuft und an den Börsen vorbei zwischen der indischen und der US-Notenbank abgewickelt wird;
  3. die USA bringen so wieder mehr US-Staatsanleihen in Umlauf, die zuletzt nur noch von der US-Notenbank FED angekauft wurden.

Unabhängig von diesen – bisher nur vermuteten – Aktivitäten zur Gold-Beschaffung durch die USA, muss davon ausgegangen werden, dass der Goldpreis ab 2015 wieder steigt. Denn die Notwendigkeit ständig neues Geld in Umlauf bringen zu müssen, wächst von Tag zu Tag (siehe Geldsystem). Für unsere erfolgreichen Anlagestrategien, die teilweise physisches Gold und Silber beinhalten, sind wir deswegen ungebrochen optimistisch!

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