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EZB warnt – droht eine neue Finanzkrise?

Steht die Welt schon wieder vor einer neuen Finanzkrise? Vor wenigen Tagen hat die Europäische Zentralbank (EZB) vor zunehmenden Risiken in der Eurozone gewarnt. Die Zentralbank stünde deshalb bereit, ihre Geldpolitik bei Bedarf an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen. Experten gehen davon aus, dass die EZB aus diesen Gründen im März 2016 neue Maßnahmen beschließen wird.

Video: EZB sieht Risiken für Europas Wirtschaft - droht eine Bankenkrise und eine Finanzkrise 2.0

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht neue große Risiken für die Wirtschaft der Eurozone. In den ersten Wochen des Jahres hätte sich gezeigt, dass die Eurozone mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sei, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am vergangenen Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. „Die Investitionen bleiben schwach, da gestiegene Unsicherheiten hinsichtlich der Weltwirtschaft und weitergefasste geopolitische Risiken die Stimmung der Investoren belasten.“ Damit die Eurozone widerstandsfähiger werde, seien Maßnahmen aus allen Bereichen der Politik notwendig. Die EZB werde im Rahmen der Geldpolitik ihren Teil dazu beitragen!

EZB warnt – droht eine neue Finanzkrise?

Die nochmals gelockerte Geldpolitik der EZB seit März 2015 hat ihr Ziel einer höheren Inflationsrate und einer ansteigenden Kreditvergabe bislang verfehlt, weil die Banken auf einem Berg an faulen Krediten und riskanten Geschäften sitzen. Darüber hinaus belasten die sehr niedrigen Zinsen die Ertragslage. Bei diesen Rahmenbedingungen können die Banken gar nicht so viele neue Kredite vergeben wie erforderlich wäre, um damit die Geldmenge auszuweiten, was nur dann zu einer steigenden Inflationsrate führen würde. Wie schlecht die Ertragslage der größten Banken in Europa derzeit ist, zeigt ein Vergleich der ersten 6 Wochen von 2016 mit 2008 (siehe Grafik). Danach ist die Ertragslage der Banken in Europa in 2016 ca. 20 Prozent schlechter als in 2008, also in dem Jahr, in welchem die Finanzkrise ausbrach!

Ertragslage / Performance Vergleich Banken Europa 2016 zu 2008Bankenkrise und neue Finanzkrise?

Offiziell lässt die EZB zwar verlauten, dass sie ihre Geldpolitik Anfang März 2016 überprüfen werde, wenn ihr die neuesten Inflations- und Konjunkturprognosen vorlägen. Intern dürfte der EZB und ihrem Präsidenten Mario Draghi jedoch längst klar sein, dass Europa eine Bankenkrise droht, denn mehrere Banker hatten bei der EZB bereits um Hilfe ersucht und der EZB liegen natürlich auch die wirtschaftlichen Zahlen der Banken vor. Es werde Zeit, dass die EZB eingreife, weil die Banken diese Krise nicht allein bewältigen könnten, ist aus der Finanzbranche zu hören.

Abwärtsspirale bis hin zur Finanzkrise droht

Was viele Banker befürchten: Wenn die EZB nicht eingreife, drohe den Banken eine Abwärtsspirale, die zu einzelnen Pleiten und damit zu einer neuen bzw. zu einer Fortsetzung der alten – noch nicht abgeschlossenen – Finanzkrise führen könnten. Insider sehen die Deutsche Bank längst in der Gefahr in eine ähnliche Situation zu geraten wie Lehman Brothers, die in 2008 in die Pleite geriet und dadurch die Finanzkrise auslöste. Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn ein Bundesfinanzminister wie Wolfgang Schäuble mindestens zweimal genötigt ist, offiziell zu bekunden, dass er Vertrauen in die Deutsche Bank habe. Das folgende Video zeigt die Probleme der Deutschen Bank, die allgemeine Lage der Banken in Europa und die Gefahr einer Bankenkrise.

Video: EZB-Situation / Lage der Deutschen Bank / Bankenkrise / Finanzkrise

Die offizielle Position der EZB zur Lage der Banken ist natürlich unkritisch, denn die Banken der Eurozone hätten ihr Eigenkapital in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt, und tatsächlich mussten die Banken in Europa nach der Finanzkrise mehr Eigenkapital vorhalten. Wie seriös (kriminell?) einige Banken dieses Eigenkapital-Problem gelöst haben, wissen wir von der Großbank Credit Suisse.

Warum eine neue Finanzkrise droht

Das Problem: Viele Banken haben Risiken in den Büchern, die bei einer systemischen Krise des Bankensektors auch mit dem nach 2008 erhöhten Eigenkapital nicht zu bewältigen sind. Die Warnung der EZB, die Risiken in der Wirtschaft der Eurozone sieht, muss so interpretiert werden, dass wenn die USA und dadurch auch Europa in eine tiefe Rezession geraten, wofür es bereits erste Anzeichen wie das drohende Bargeldverbot gibt, auch Banken in die Krise geraten. Eine Bankenkrise kann dann schnell eine neue Finanzkrise auslösen, was die Wirtschaft vollends in den Abgrund reißen würde – ein Teufelskreis.

Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass die EZB im März zusätzliche Maßnahmen beschließen wird, um die Gefahr einer Bankenkrise zu reduzieren und damit die Fortsetzung der alten Finanzkrise zu verhindern. Die EZB dürfte deshalb gezwungen sein, neben Staatsanleihen auch massiv Bankanleihen aufzukaufen, nachdem die neue EU-Einlagensicherung die Bankenkrise nicht entschärfen kann!

Zusammenfassung:
Titel:
EZB warnt – droht eine neue Finanzkrise?
Kurzbeschreibung:
Droht eine Bankenkrise und eine neue Finanzkrise? Mario Draghi der Präsident der EZB warnt vor Risiken für Europas Wirtschaft. Was die EZB offiziell verschweigt: die Ertragslage der Banken ist in 2016 20% schlechter als bei Ausbruch der Finanzkrise in 2008!
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Inflationsschutzbrief © 2016
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Werner A.
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Hier erwartet uns einen Crash heftiger als 2008. Und dann gibt es keine Möglichkeit mehr, dagegenzusteuern. Alles künstlich aufgebläht ! Das wird leider ein bitteres Ende nehmen. Absichern ist so wichtig! Das sollte man mit Edelmetallen tun. Dies hat die Vergangenheit gezeigt!

Marc Venum
Gast

Ich muss zugeben, ich wurde selbst erst im letzten Jahr aufgeweckt nachdem ich mir verschiedene Vorträge von Sinn, Hankel u. a. und später auch zum Geldsystem angeschaut habe. Leider wollen viele Leute die Tatsachen gar nicht hören oder reden sich alles schön. Man kommt sich vor wie ein einsamer Rufender im Wald. Meine Antwort auf das ganze Drama ist seit einem Jahr: ich kaufe physische Edelmetalle!

reiner tiroch
Gast

es droht das größte Ungemach was es je in der Menschheitsgeschichte gab. warum? …bei den Mega-Banken haben deren Hochverzinslichen Anleihen (Ramsch genannt) nur noch 40% Wert! …….wer den Schrott kauft, der erhält 17% Zinsen den kaum einer will. die faulen Kredite nur in der EU belaufen sich auf 1,2 Billionen Euro, und auf den 200 Billionen Staatsschulden der Welt liegen und lauern…….. ca. 2 BILLIARDEN Dollar an nutzlosen Derivaten! die Banken betteln die EZB an gerettet zu werden! ….aber unser Schäuble und der Bankenpräsident erzählen gar treuherzig es sei alles in Ordnung,…… und die Banken sind im Kern alle Gesund, gell?… das ist noch verlogener als die genannten Flüchtlingszahlen.

Marc Venum
Gast

@reiner tiroch
Woher stammen die Angaben über 17% Zinsen auf Schrottpapiere und 2 Billiarden Dollar Derivatevolumen? Quelle?

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