Inflationsschutzbrief – der geldsystemanalytische Börsendienst

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EZB-Geldpolitik: Euro Kursverfall und Dollar-Parität

Ändert die EZB am 03.12.2015 ihre Geldpolitik und kommt es zur Euro-Dollar-Parität? Verschiedene Experten erwarten, dass sich der Kursverfall des Euro gegenüber dem Dollar weiter fortsetzt und der Euro bald unter dem Kurs des Dollar notiert. Die Experten von Goldman Sachs sehen die Parität zwischen Dollar und Euro schon zum Jahresende 2015 kommen. Sollte die EZB ihre Geldpolitik heute weiter lockern und den Euro weiter schwächen, ist die Parität von Euro und Dollar tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit.

EZB-Geldpolitik: Euro Kursverfall - droht Dollar-Parität?

Der Kurs des Euro ist jüngst auf den tiefsten Stand seit siebeneinhalb Monaten gefallen. Die Gemeinschaftswährung der Eurozone verlor zuletzt deutlich an Wert und notierte am 25.11.2015 bei 1,058 Dollar. Es liegt auf der Hand, dass für den Kursverfall die weitere in Aussicht gestellte Lockerung der Geldpolitik durch die EZB verantwortlich ist (siehe Video).

EZB-Geldpolitik: Euro Kursverfall – droht die Dollar-Parität?

Vor der morgigen Sitzung der EZB wird noch um eine gemeinsame Position zur Ankurbelung der Kreditvergabe der Banken gerungen, die Wirtschaftswachstum und steigende Inflation bewirken soll. Zu den rund 20 diskutieren Vorschlägen zur Anpassung der Geldpolitik sollen weiter verschärfte Strafzinsen für Banken sowie ein Kauf von Kommunalanleihen und Bundesländer-Anleihen gehören.

Wenn der EZB-Rat Anfang Dezember wie erwartet die Geldschleusen weiter öffnet, könnte es nicht nur zu einer Parität von Euro und Dollar kommen, sondern nach Ansicht verschiedener Experten sogar zu einem Rutsch in Richtung des historischen Tiefststands des Euro bei 0,8225 Dollar. Dies hänge jedoch maßgeblich davon ab, wie stark EZB-Präsident Mario Draghi Spekulationen auf weitere Geldspritzen schüre.

EZB-Geldpolitik schwächt den Euro

Die Experten von Goldman Sachs rechnen sogar damit, dass Euro/Dollar nicht nur eine Parität erreicht, sondern der Euro in 2016 weniger als ein Dollar kostet. Die Parität von Euro und Dollar gab es zuletzt im Dezember 2002. An der Börse ist man sich sicher, dass die EZB ihre Anleihenkäufe zumindest der Höhe und/oder der Laufzeit nach ausweitet. Bisher sollte das Ankaufprogramm für Staatsanleihen nur bis September 2016 mit einem Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro laufen. Eine Verlängerung der Laufzeit des Ankaufprogramms bis mindestens März 2017 wird unter Experten jedoch offen diskutiert, es könnte aber auch sein, dass Mario Draghi ganz auf die Nennung eines Enddatums verzichtet. Neben der Laufzeitverlängerung rechnen Experten auch mit einer Ausweitung des Aufkauf-Volumens von 60 auf 75 Milliarden Euro. Darüber hinaus könnte die EZB auch den Strafzins für Banken erhöhen, wenn diese Geld bei ihr parken. Das Ankaufprogramm für Staatsanleihen dient einerseits die Renditen bei Staatsanleihen zu drücken, wodurch diese für Banken unattraktiver werden, andererseits soll dadurch die Geldmenge erhöht werden (Inflation). Im Gegenzug erhofft sich die EZB, dass die Banken deshalb die Kreditvergabe steigern, was Wirtschaftswachstum und Teuerung (steigende Preise) erzeugen soll, soweit die Theorie.

Unterschiedliche Geldpolitik von FED und EZB

Gleichzeitig naht in den USA nach 10 Jahren die vielfach angekündigte Zinswende. Verschiedene Führungsmitglieder der US-Notenbank FED haben wenig Zweifel daran gelassen, dass sie ihre Geldpolitik zwei Wochen nach der EZB-Sitzung straffen wollen, weil die US-Wirtschaft eine angemessene Erhöhung der Leitzinsen verkraften könne. Das auseinanderdriften der Geldpolitik zwischen Eurozone und USA sorgt dafür, dass der Euro/Dollar-Wechselkurs entsprechend reagiert, und der Euro daher gegenüber dem Dollar nachgeben wird.

Folker Hellmeyer zweifelt an Euro-Dollar-Parität

Folker Hellmeyer, der Chef-Analyst der Bremer Landesbank, erwartet trotz des Euro-Kursverfalls keine Parität von Euro und Dollar, sondern könnte sich für das Frühjahr 2016 sogar einen Euro-Wechselkurs von bis zu 1,15 Dollar vorstellen. Folker Hellmeyer begründet das mit der zuletzt vielversprechenden konjunkturellen Entwicklung in der Eurozone, wodurch die Gemeinschaftswährung gestützt werde. Folker Hellmeyer ist auch nicht davon überzeugt, dass es eine sichere Sache sei, dass die EZB angesichts der zuletzt guten Konjunkturdaten aus der Euro-Zone am 3. Dezember wirklich erneut aktiv werde. Die Kreditvergabe der Banken an Firmen war beispielsweise im Oktober 2015 um 0,6 Prozent gestiegen – was der stärkste Anstieg in den letzten vier Jahren gewesen sei, so Folker Hellmeyer. Video zu den Prognosen von Folker Hellmeyer hier ansehen.

Wir haben die fallende Kursentwicklung des Euro mit mehreren Optionsscheinen im Rahmen unserer äußerst erfolgreichen Anlagestrategie „BestTrend“ begleitet und damit seit 12 Monaten hohe Kursgewinne erzielt.

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