Inflationsschutzbrief – der geldsystemanalytische Börsendienst

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Inflationsschutzbrief Ausgabe 16 / 2012: Drohende Euro-Entwertung

Inflationsschutzbrief Ausgabe16 / 2012 drohende Euro Entwertung

Inflationsschutzbrief Ausgabe16/2012

In der Ausgabe 16/2012 untersucht der Inflationsschutzbrief die drohende Gefahr der Entwertung des Euro. Hierzu bewerten wir das neue Gelddruck-Programm der EZB, das ESM-Urteil des BVerfG sowie die Geldpolitik der FED.

Drohende Entwertung des EURO

Im September 2012 gab es drei wichtige Entscheidungen, die große Auswirkungen auf die Geldwert-Stabilität haben werden. Die Sschuldenkrise der Euro-Staaten wird vermutlich so „gelöst“, wie man es schon seit langem erwarten kann – mittels Inflation. EZB und FED werfen die Geld-Druckerpresse in einem Ausmaß an, wie es die Welt seit dem 2. Weltkrieg noch nicht gesehen hat und das Bundesverfassungsgericht gab grünes Licht für den Start des ESM.

Etwa eine Woche vor Verkündung des ESM-Urteils durch das Bundesverfassungsgericht hatte die EZB angekündigt, daß sie europäische Krisenstaaten, die von Banken und anderen Finanziers am Markt kein Geld mehr erhalten, ab sofort in unbegrenzter Höhe und auch zeitlich unbefristet, finanzieren wird.

Es scheint, als wollte die EZB vorsorglich, vor Verkündung des ESM-Urteils durch das deutsche Verfassungsgericht, Fakten schaffen. Die Europäische Zentralbank lässt somit keinen Zweifel daran, daß sie den Euro „retten“ will. “Der Euro ist unumkehrbar”, sagte der italienische EZB-Präsident und frühere Goldman-Sachs Banker, Mario Draghi. Eine solche Aussage steht dem EZB-Chef absolut nicht zu, da er keinen Regierungsauftrag hat. Damit schwingt sich die EZB zur heimlichen Herrscherin in Europa auf. Soll es egal sein, was das höchste deutsche Gericht urteilt? Wenn der EZB Urteile nicht passen, dann druckt sie einfach Geld. Das muss Sie auch, denn einen Ausweg gibt es nicht mehr (siehe Geldsystem).

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12.9.2012 bedeutet zunächst: Bahn frei für die angebliche Euro-“Retterei“ durch weiteres Gelddrucken. Das BVerfG hat den dauerhaften „Rettungsschirm“ ESM nicht grundsätzlich in Frage gestellt, obwohl er genauso wie der Vorgänger EFSF einen glatten Vertragsbruch des Maastricht-Vertrags von 1992 darstellt, wonach gemäß der „No-Bail-Out“-Regel kein Land für die Schulden anderer haften darf.

Das Gericht hat zwar überraschenderweise die Anleihekäufe als rechtswidrig bezeichnet, aber auch darauf hingewiesen, daß über diese Frage gar nicht verhandelt werde. Das Bundesverfassungsgericht hat den deutschen Beitritt zum ESM unter Auflagen gebilligt. Hier die wichtigsten Aussagen des Urteils. An zwei Stellen fordern die Richter eine zusätzliche völkerrechtliche Sicherung:

Zum einen soll der Gesetzgeber klarstellen, daß alle möglichen Zahlungsverpflichtungen Deutschlands gegenüber dem ESM die Grenze von 190.024.800.000 Euro keinesfalls übersteigen.

Zum anderen müsse Deutschland eine Auslegung des Vertrags sicherstellen, die gewährleistet, daß trotz der beruflichen Schweigepflicht aller für den ESM tätigen Personen, Bundestag und Bundesrat umfassend informiert würden.

Die private US-Notenbank FED hat vor 10 Tagen auf die schwache Wirtschaftsentwicklung und die anhaltend hohe Arbeitslosenquote in den USA reagiert. Bis auf Weiteres wird die FED pro Monat für 40 Milliarden Dollar mit Hypotheken besicherte Wertpapiere aufkaufen – mit frisch gedrucktem Geld! Dadurch sollen US-Verbraucher zum Hauskauf ermuntert und der Konsum angekurbelt werden. Anders als bei den ersten beiden quantitativen Lockerungsrunden (QE 1 und QE 2) ist bei QE 3 offen, wie lange das Programm laufen wird.

QE bedeutet „Quantitative Easing“, also soviel wie „monetäre Lockerung“. Es wird die Geldmenge erhöht, in dem Geld gedruckt wird – nicht als Bargeld in Papierform, sondern digital. Mit diesem „Geld“ werden Schuldscheine gekauft (offiziell: „Wert“-papiere). Die allermeisten davon sind Schuld-Scheine, weil sie selten Werte, sondern Schulden verbriefen (Geldschöpfung). Bernanke will seine Niedrigzinspolitik noch jahrelang beibehalten. Er hat angekündigt, die Fed wolle die Zinsen mindestens bis 2015 niedrig halten. Ein Ziel wurde klar verkündet: Die Häuserpreise in den USA sollen wieder steigen. „Wir wollen erst mehr Jobs sehen, eine niedrigere Arbeitslosigkeit, mehr Wachstum“, so begründete FED-Chef Bernanke die neuen Gelddruck-Maßnahmen. Sollten mit dem Aufkauf der Hypothekenanleihen nicht die gewünschten Ziele erreicht werden, seien auch weitere massive Käufe von Staatsanleihen nicht ausgeschlossen.

All diese Maßnahmen zeigen, dass es in absehbarer Zeit aufgrund der hohen Verschuldung zu Inflation insbesondere im Euro-Raum kommen muss. Mehr dazu lesen Sie in dieser Ausgabe!

Ausgabe 16/2012 als PDF jetzt lesen…

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